Und der Weltmeister heißt Kolumbien, die Schweiz ist Sieger der Herzen

Die echte Weltmeisterschaft ist noch ganz am Anfang, Deutschland hat das Auftaktspiel gegen Mexiko verloren und in Oldenburg ist Kolumbien bereits Weltmeister!

Man könnte sagen die Fußball-Welt steht Kopf, ganz so schlimm ist es hoffentlich nicht und auch die Deutschen werden ihr Pulver noch verschießen.

Freitag, 15:00 Uhr am Vereinsheim Siemershöh: 10 F-Jugendlich treffen sich, um zur Weltmeisterschaft zu fahren. Für manche ist es das erste Mal ohne Mama & Papa auf Reisen zu gehen. Wird die Freude am Fußball oder das Heimweh siegen? Ungewiss.. am Ende stellt sich heraus – Fußballfreude überwiegt! J

Russland war der 7.F Jugend zu weit, deshalb ging es gemeinsam mit Trainer und Betreuerin ab auf die verstopfte A7 mit dem Ziel Oldenburg in Niedersachsen. Der Berufsverkehr arbeitete gut mit den Baustellen zusammen, sodass man bis zum Elbtunnel auch hätte laufen können. Doch der Stimmung in den Autos tat dies keinen Abbruch. Es wurden sich Witze erzählt, Lieder gesungen und Chips im Fußraum verteilt, sodass die vierstündige Fahrt, die sonst zwei dauert, trotzdem wie im Fluge verging und das mit nur EINER einzigen Toilettenpause.

In Oldenburg wurden dann ganz klassisch in der Jugendherberge die Zimmer bezogen. Das Ganze im Eiltempo, denn im Speisesaal wartete das Pommes-Buffet sowie die Leinwand auf der zur Freude aller Beteiligten das Topspiel Portugal vs. Spanien gezeigt wurde. Somit war das Abendprogramm gesichert. Erschöpft von der langen Fahrt ging es dann mit Vorfreude auf den bevorstehenden Turniertag ins Bett.

2.Tag, 6:30 Uhr: Das Wecken der Mannschaft war für 7:30 Uhr geplant, doch aus den Zimmern ertönt heiteres Gelächter, nur einer lacht nicht, denn der hat Fieber und muss leider später vom Papa abgeholt werden.

Alle anderen können ihre Vorfreude kaum kontrollieren. Auch wenn das eigene Land von einem anderen Verein repräsentiert wird, hat man sich gut auf die Mini-WM vorbereitet. Mit allerhand Schweiz-Fanartikeln ging es auf den rund vier Kilometer entfernten Fußballplatz, auf dem Kinderherzen schneller schlagen. Neben den natürlich vorbildlich markierten Fußballfeldern war ein kleiner Event-Park mit Hüpfburgen jeglicher Art aufgebaut.

Doch eins nach dem anderen… Erstmal ging es zum feierlichen Einlaufen der Nationen. Jede Mannschaft lief mit Fahne und Co. auf und lauschte dabei ihrer Nationalhymne, bei der keiner der Anwesenden den Text kannte.

Macht nichts, 10 Minuten später war der große Augenblick zum Greifen nahe. Das erste Spiel der Gruppe E … Brasilien vs. Schweiz begann. Und nach 17 Minuten stand der klare Sieger fest, es war die Schweiz, die mit 5:1 souverän vorgelegt hatte.

Da die WM originalgetreu nach (bzw. vorgespielt) wurde, hatte die Mannschaft nunmehr Zeit, die Hüpfburgen auszuprobieren und den damit verbundenen Schmerz zu verknusen, den man erfährt, wenn man nicht auf das hört, was die Erwachsenen sagen.

Dann lieber wieder Fußballspielen…Nach dem so erfolgreichen Auftaktspiel gegen Brasilien hatte die Mannschaft nun ein kleines Tief,  denn das nächste Spiel gegen Serbien verlor man in der letzten Sekunde mit 1:2. Ärgerlich, aber dennoch kein Grund zur Trauer. Schließlich war der Sinn dieser Fahrt, dass das Gemeinschaftsgefühl der Truppe gestärkt wird.

Sportlich gesehen war es allerdings zunächst weiterhin schwer, sich gegen den Gegner durchzusetzen.  Im nächsten Spiel lag wohl das zuvor verspeiste Lunchpaket schwer im Magen, denn wie von Zauberhand schien die Mannschaft vergessen zu haben, wie man Fußball spielt. Endresultat war ein schwaches 1:5 gegen Costa Rica.

Doch die Trainer wussten genau, was nach so einer blöden Niederlage nötig war, um die Mundwinkel wieder zu korrigieren. EIS! Und nachdem die verputzt waren, war die Welt wieder in Ordnung und es wurde weiter fröhlich Quatsch gemacht.

Leider  erwischte uns dann auch noch die Pechsträhne. Die Mannschaft spielte großartigen Fußball, wurde aber leider nicht belohnt. Im Achtelfinale gegen Mexiko reichte es nach 17 Minuten nur für ein 1:1, im darauffolgenden 8-Meter-Schießen konnten sich die Mexikaner dann auch noch durchsetzen, sodass mit gesenkten Köpfen der Platz verlassen wurde.

So ging der erste Turniertag zu Ende und der Abend in der Jugendherberge verlief genau so fröhlich wie der Erste.

Auch wenn das nächste Spiel gegen Japan am zweiten Turniertag auch unglücklich 0:1 verloren ging, so langsam packte die Kids der Ehrgeiz wieder und sie fingen wieder an, richtig tollen Fußball zu spielen. Alle waren sich einig: Jetzt muss mal wieder ein Sieg her. Und so kam es auch, im nächsten Spiel war die Mannschaft in Höchstform. Die Pässe kamen an, jeder wusste, wo er zu stehen hatte und der Eigensinn so manchen Spielers hatte sich verwandelt in super tolle Torvorlagen, sodass man Argentinien mit 5:2 schlagen konnte.

Und nun stand fest, im alles entscheidenden Platzierungsspiel wollen wir auf jeden Fall noch mal zeigen, was wir können. Der Gegner im Spiel um Platz 29 war der Iran. Leider konnten wir zunächst nicht wirklich ins Spiel finden, was uns wertvolle Minuten, aber leider auch zwei Gegentore kostete. Und plötzlich machte es Klick, alle waren hellwach und wir drehten den Rückstand in eine 3:2 Führung um. Es kam aber leider wie es kommen musste, fünf Minuten vor Schluss schafften die Iraner den Ausgleich. Es kam erneut zum 8-Meter-Schießen. Die unglückliche Niederlage vom Vortag war aus den Köpfen noch nicht raus. Wie würde die Mannschaft diesmal abschneiden? Darüber machten die drei Schützen sich Gott sei Dank keine Gedanken. Alle drei trafen befreit in den Winkel, die Iraner verschossen, somit stand fest.. diesen Platz hat sich die Schweiz erkämpft in würdevoller Vertretung des SC Alstertal-Langenhorn.

Bei der anschließenden Siegerehrung konnte sich jede/r Spieler*in über eine persönliche Trophäe freuen, die stolz mit nach Hause genommen wurde.

Die Rückfahrt verlief deutlich entspannter als die Hinfahrt, denn die ganze Nation saß ja bereits vor den Fernsehgeräten mit vor den Köpfen zusammengeschlagenen Händen, denn die echte WM lief. Somit waren wir rucki zucki wieder an der Siemershöh und alle beeilten sich, um die letzte viertel Stunde des Deutschlandspiels zu sehen.

Alles in allem war diese Ausfahrt für die 7.F ein voller Erfolg und alle Beteiligten, inklusive der Betreuer freuen sich schon auf das nächste Mal. Und wer weiß, vielleicht kann die Schweiz sich dann durchsetzen oder wir dürfen vielleicht unser eigenes Land vertreten.

Und wer jetzt aufmerksam gelesen hat, der geht schnell ins Wettbüro und setzt 20€ auf den Titelgewinn für Kolumbien.